Blattschraube: eine Schraube, zwei Schrauben oder automatisches System?
Die Blattschraube ist ein kleines Bauteil der Klarinette, aber ihre Aufgabe ist wesentlich: das Blatt am Mundstück zu halten und ihm gleichzeitig gute Schwingungsbedingungen zu ermöglichen.
Bei der Wahl einer Blattschraube gibt es verschiedene Systeme:
- traditionelle Blattschrauben mit zwei Schrauben;
- Blattschrauben mit einer einzigen Schraube;
- umgekehrte Blattschrauben;
- Metallblattschrauben;
- Textil- oder Verbundsysteme;
- Schnur- oder Bandsysteme;
- und inzwischen Systeme, die einen Teil der Blattpositionierung erleichtern und automatisieren sollen.
Daher stellt sich häufig die Frage:
Sollte man eine Blattschraube mit einer Schraube, zwei Schrauben oder ein automatisches System wählen?
Dahinter steckt jedoch eine wahrscheinlich noch wichtigere Frage:
Wie wird das Blatt positioniert, bevor festgezogen wird?
Denn eine Blattschraube dient nicht nur zum Festziehen.
Bevor man überhaupt festzieht, muss das Blatt präzise auf dem Mundstück liegen.
Genau an diesem Schritt zeigen sich wichtige Unterschiede zwischen einer traditionellen Blattschraube und einem System wie Easy Lig.
Wozu dient eine Klarinetten-Blattschraube wirklich?
Die Hauptaufgabe einer Blattschraube ist einfach:
das Blatt an der Bahn des Mundstücks zu halten.
Wenn der Klarinettist bläst, muss der obere, dünnere Teil des Blatts frei schwingen können.
Der untere Teil muss dagegen korrekt am Mundstück gehalten werden.
Eine gute Blattschraube sollte daher ermöglichen:
- stabilen Halt des Blatts;
- angemessenen Anpressdruck;
- einfache Montage;
- gute Druckverteilung;
- stabile Position beim Spielen;
- reproduzierbare Montage.
Davor liegt jedoch ein entscheidender Schritt:
Das Blatt muss richtig positioniert sein.
Die Blattposition umfasst zwei unterschiedliche Einstellungen
Um die Unterschiede zwischen den Blattschraubensystemen zu verstehen, sollte man zwei Einstellungen unterscheiden.
Die seitliche Einstellung
Damit ist die Zentrierung des Blatts von links nach rechts auf dem Mundstück gemeint.
Das Blatt sollte an den beiden seitlichen Bahnkanten des Mundstücks ausgerichtet sein.
Ist es nach rechts oder links verschoben, ist die Position nicht mehr symmetrisch.
Die vertikale Einstellung
Sie beschreibt die Höhe des Blatts in Bezug auf die Mundstückspitze.
Die Blattspitze sollte je nach gewünschter Einstellung meist nahezu auf Höhe der Mundstückspitze liegen.
Diese beiden Einstellungen bringen nicht dieselben Schwierigkeiten mit sich.
Das ist beim Vergleich verschiedener Blattschrauben besonders wichtig.
Bei einer traditionellen Blattschraube bleibt die seitliche Zentrierung manuell
Ob es sich um eine Blattschraube mit einer oder zwei Schrauben handelt: Bei der traditionellen Methode wird das Blatt normalerweise zuerst direkt auf das Mundstück gelegt.
Der Musiker stellt dann von Hand ein:
- die Höhe;
- die seitliche Zentrierung links/rechts;
- die Ausrichtung.
Er betrachtet die Seiten des Mundstücks und verschiebt das Blatt mit den Fingern minimal, bis die gewünschte Position erreicht ist.
Diese Einstellung kann sehr einfach wirken.
Sie verlangt jedoch viel Präzision.
Warum ist die seitliche Einstellung so heikel?
Der schwingende Bereich eines Klarinettenblatts ist nur wenige Millimeter breit.
Schon eine sehr kleine Verschiebung verändert daher die Zentrierung.
Der Musiker muss visuell vergleichen:
- die linke Seite;
- die rechte Seite;
- die Bahnkanten des Mundstücks;
- die Spitze.
Dann verschiebt er das Blatt von Hand.
Etwas nach links.
Dann vielleicht leicht nach rechts.
Und anschließend wird erneut kontrolliert.
Mit Erfahrung wird dieser Handgriff natürlich, bleibt aber vollständig vom Auge und von der Handpräzision des Klarinettisten abhängig.
Ist die manuelle Einstellung vollkommen reproduzierbar?
Das ist schwierig.
Selbst ein erfahrener Musiker kann sein Blatt von einer Montage zur nächsten minimal anders einsetzen.
An einem Tag sitzt es perfekt zentriert.
Am nächsten einige Zehntelmillimeter weiter rechts.
Beim nächsten Wechsel vielleicht leicht weiter links.
Diese Unterschiede sind winzig, bedeuten aber, dass die Einstellung jedes Mal abhängt von:
- der Beobachtung des Musikers;
- seiner Bewegung;
- den Lichtverhältnissen;
- der Geschwindigkeit, mit der das Instrument vorbereitet wird.
Die traditionelle Montage ist daher im Wesentlichen durch die Geschicklichkeit des Musikers reproduzierbar und nicht durch eine mechanische Führung der Zentrierung.
Das Blatt kann sich auch beim Anbringen der Blattschraube bewegen
Das ist eine weitere Schwierigkeit.
Sie können Ihr Blatt perfekt zentriert haben.
Dann bringen Sie die Blattschraube an.
Sie berührt das Blatt leicht.
Das Blatt bewegt sich.
Sie beginnen festzuziehen.
Es bewegt sich erneut.
Dann muss die Position wieder überprüft werden.
Das kommt besonders bei Anfängern häufig vor.
Die Schwierigkeit besteht daher nicht nur darin:
das Blatt richtig zu positionieren.
Man muss außerdem:
diese Position während des gesamten Anbringens der Blattschraube beibehalten.
Die traditionelle Blattschraube mit zwei Schrauben
Die metallische Blattschraube mit zwei Schrauben gehört zu den klassischsten Systemen.
Das Prinzip ist bewährt:
- das Blatt wird auf das Mundstück gelegt;
- manuell positioniert;
- die Blattschraube wird angebracht;
- beide Schrauben werden schrittweise angezogen.
Dieses System wird seit sehr langer Zeit verwendet und funktioniert bei richtiger Beherrschung ausgezeichnet.
Welche Vorteile hat eine Blattschraube mit zwei Schrauben?
Sie bietet mehrere Vorteile:
- einfache Funktionsweise;
- bekanntes System;
- sehr weite Verbreitung;
- oft moderater Preis;
- zwei Anpresspunkte;
- große Vertrautheit bei Lehrkräften und Klarinettisten.
Erfahrene Musiker können eine solche Blattschraube meist sehr schnell montieren.
Welche Einschränkungen hat sie?
Die wichtigste Schwierigkeit liegt nicht unbedingt an den zwei Schrauben selbst.
Sie ergibt sich aus der Abfolge der Schritte:
- Blatt vertikal positionieren;
- seitlich zentrieren;
- festhalten;
- Blattschraube darüber führen;
- prüfen, ob das Blatt verrutscht ist;
- Position gegebenenfalls korrigieren;
- erste Schraube festziehen;
- zweite Schraube festziehen;
- erneut kontrollieren.
Das System funktioniert sehr gut.
Es verlangt jedoch mehrere aufeinanderfolgende präzise Handgriffe.
Ermöglichen zwei Schrauben eine bessere Blattposition?
Nicht unbedingt.
Die beiden Schrauben wirken auf den Anpressdruck.
Sie zentrieren das Blatt nicht automatisch.
Die seitliche Positionierung bleibt Aufgabe des Musikers, vor oder während des Festziehens.
Anders gesagt:
Zwei Schrauben bieten zwei Anpresspunkte, sind aber kein Zentriersystem für das Blatt.
Die traditionelle Blattschraube mit einer Schraube
Blattschrauben mit einer Schraube wurden unter anderem entwickelt, um das Festziehen zu vereinfachen.
Eine einzige Schraube wirkt auf die Struktur der Blattschraube.
Das ermöglicht häufig:
- schnellere Montage;
- weniger Handgriffe beim Festziehen;
- einfacheren Blattwechsel.
Je nach Modell kann die Schraube vor, hinter oder seitlich am Mundstück liegen.
Löst eine einzige Schraube das Problem der Zentrierung?
Nein, nicht unbedingt.
Sie vereinfacht vor allem das Festziehen.
Bei den meisten traditionellen Systemen mit einer Schraube bleibt die Methode:
- Blatt auf das Mundstück legen;
- Höhe manuell einstellen;
- seitliche Zentrierung manuell einstellen;
- Position halten;
- Blattschraube anbringen;
- festziehen.
Der Musiker hat zwar nur eine Schraube zu bedienen.
Die Blattposition bleibt jedoch meist manuell.
Eine Schraube oder zwei: der tatsächliche Unterschied
Der Unterschied zwischen einer und zwei Schrauben liegt daher hauptsächlich in:
- der Anzahl der Handgriffe;
- der Geschwindigkeit des Festziehens;
- der Konstruktion der Druckverteilung;
- der allgemeinen Ergonomie.
In beiden Fällen hängt jedoch die Präzision der seitlichen Zentrierung in der Regel vom Musiker ab.
Das ist ein wichtiger Punkt beim Vergleich mit Easy Lig.
Für einen Vergleich aller Kriterien über die Schraubenzahl hinaus lesen Sie unseren Leitfaden Wie wählt man eine Blattschraube für Klarinette?
Beeinflusst die Anzahl der Schrauben den Klang?
Es wäre zu einfach zu sagen:
eine Schraube = dieser Klang
oder:
zwei Schrauben = besserer Klang.
Das Verhalten einer Blattschraube hängt von vielen Parametern ab:
- Material;
- Masse;
- Steifigkeit;
- Geometrie;
- Kontaktfläche mit dem Blatt;
- Druckverteilung;
- Position am Mundstück;
- Anpressdruck.
Und vor allem hängt das Spielgefühl von der gesamten Kombination ab:
Mundstück + Blatt + Blattschraube + Musiker.
Zwei Blattschrauben mit nur einer Schraube können sich sehr unterschiedlich verhalten.
Dasselbe gilt für zwei Modelle mit zwei Schrauben.
Der Anpressdruck bleibt wichtig
Unabhängig vom System muss eine Blattschraube fest genug sein, damit sich das Blatt nicht bewegt.
Übermäßiges Festziehen ist jedoch meist unnötig.
Der Grundsatz lautet:
sicher halten, ohne die Blattschraube zum Schraubstock zu machen.
Eine zu lockere Blattschraube lässt das Blatt verrutschen.
Eine zu fest angezogene Blattschraube kann das Spielgefühl verändern und unnötige Spannung erzeugen.
Vor dem Festziehen kommt jedoch die Positionierung
Das ist wahrscheinlich der Punkt, der am häufigsten vergessen wird.
Bevor man fragt:
eine Schraube oder zwei?
muss man zunächst erreichen:
- die richtige Zentrierung links/rechts;
- die richtige Höhe;
- und diese Einstellungen bis zum Festziehen stabil halten.
Genau in dieser Phase verfolgt Easy Lig einen anderen Ansatz.
Easy Lig: ein dritter Ansatz
Easy Lig ersetzt nicht einfach zwei Schrauben durch eine.
Das System verändert die Reihenfolge, in der Blatt und Blattschraube zusammengefügt werden.
Bei einer traditionellen Blattschraube:
Blatt auf das Mundstück → manuelle Positionierung → Blattschraube → erneute Kontrolle → Festziehen
Bei Easy Lig:
Blatt in Easy Lig → geführte seitliche Zentrierung → Einheit Easy Lig + Blatt auf das Mundstück → vertikale Einstellung → Festziehen
Dieser Unterschied ist wesentlich.
Das Blatt wird zuerst in Easy Lig eingesetzt
Der erste Schritt besteht darin, das Blatt in Easy Lig einzusetzen, noch bevor die Einheit auf das Mundstück kommt.
Das System ist so gestaltet, dass es das Blatt aufnimmt und führt.
Dieser Schritt bringt zwei unmittelbare Vorteile:
Das Blatt ist in der Blattschraube gesichert
und
seine seitliche Position wird durch die Geometrie des Systems bestimmt.
Der Klarinettist muss daher bei jeder Montage nicht mehr manuell nach der Zentrierung links/rechts auf dem Mundstück suchen.
Die geringere Zahl direkter Handgriffe hilft auch dabei, Klarinettenblätter vor Bruch zu schützen.
Die seitliche Zentrierung wird automatisch
Das ist einer der grundlegenden Unterschiede zu einer traditionellen Blattschraube.
Bei einer oder zwei Schrauben betrachtet der Klarinettist das Mundstück und stellt die seitliche Blattposition manuell ein.
Bei Easy Lig führt die Konstruktion der Blattschraube das Blatt in seine seitliche Position.
Der Musiker muss daher nicht bei jeder Montage erneut:
„etwas nach links“
„etwas nach rechts“
„noch ein wenig nach links“.
Die Zentrierung wird direkt vom System vorgegeben.
Weitere Details finden Sie in unserem Leitfaden zur Positionierung des Klarinettenblatts.
Vor allem eine reproduzierbare Zentrierung
Das ist wahrscheinlich noch wichtiger als die einfache erste Montage.
Wenn eine Einstellung ausschließlich von Auge und Hand des Musikers abhängt, kann sie sich von einem Tag zum anderen leicht verändern.
Bei Easy Lig nimmt das Blatt wieder die durch das System geführte seitliche Position ein.
Das Ergebnis ist daher von einer Montage zur nächsten sehr gut reproduzierbar.
Diese Reproduzierbarkeit ist praktisch relevant.
Der Musiker muss die seitliche Zentrierung nicht bei jeder Übeeinheit erneut suchen.
Das System liefert diesen Referenzpunkt direkt.
Eine Einstellvariable weniger
Die Positionierung eines traditionellen Blatts umfasst im Wesentlichen:
links/rechts + oben/unten.
Da Easy Lig die seitliche Zentrierung übernimmt, muss der Musiker im Wesentlichen nur noch einstellen:
die Höhe der Einheit in Bezug auf die Mundstückspitze.
Anders gesagt:
Die seitliche Einstellung ist geführt und reproduzierbar; die vertikale Einstellung bleibt bewusst dem Musiker zugänglich.
Diese Unterscheidung ist besonders interessant.
Warum bleibt die vertikale Einstellung erhalten?
Die vertikale Position kann leicht variieren je nach:
- Mundstück;
- Blatt;
- Gewohnheiten des Musikers;
- gewünschtem Spielgefühl.
Daher ist es sinnvoll, dass der Klarinettist die gesamte Einheit vor dem Festziehen etwas höher oder tiefer positionieren kann.
Easy Lig automatisiert damit den Teil, der reproduzierbar sein soll – die seitliche Zentrierung – und lässt dem Musiker zugleich die Möglichkeit zur vertikalen Einstellung.
Nach dem Einsetzen wird das Blatt praktisch nicht mehr direkt berührt
Das ist ein weiterer großer Vorteil.
Nachdem das Blatt in Easy Lig eingesetzt wurde, berührt der Klarinettist es praktisch nicht mehr direkt.
Er nimmt:
die Einheit Easy Lig + Blatt.
Dann positioniert er diese Einheit auf dem Mundstück.
Muss die Höhe verändert werden, schiebt er nicht direkt das Blatt mit den Fingern.
Er verschiebt die Einheit Blattschraube + Blatt.
Das vereinfacht den Handgriff erheblich.
Die Blattschraube positionieren statt das Blatt
So lässt sich das Prinzip sehr einfach zusammenfassen.
Traditionelle Montage
Man positioniert das Blatt.
Man versucht, es festzuhalten.
Dann kommt die Blattschraube hinzu.
Easy Lig
Man setzt das Blatt in Easy Lig ein.
Dann positioniert man die gesamte Einheit auf dem Mundstück.
Der Musiker handhabt daher hauptsächlich ein solides Element – die Blattschraube – statt der sehr dünnen Blattspitze.
Ein wichtiger Unterschied für die Sicherheit des Blatts
Bei einer traditionellen Blattschraube kann ein korrekt positioniertes Blatt:
- von der Blattschraube verschoben werden;
- beim Anbringen berührt werden;
- mit den Fingern nachjustiert werden müssen;
- versehentlich hängen bleiben.
Bei Easy Lig werden diese Handgriffe stark reduziert, sobald das Blatt in seiner Aufnahme sitzt.
Das bringt:
- mehr Sicherheit;
- weniger Berührungen rund um die Spitze;
- ein sehr stark reduziertes Bruchrisiko während der Montage;
- mehr Ruhe.
Easy Lig ist daher nicht einfach eine Blattschraube mit einer Schraube
Das ist wichtig.
Wenn man Easy Lig einfach in die Kategorie:
„Blattschrauben mit einer Schraube“
einordnet, übersieht man die wichtigste Innovation.
Die Schraube kommt erst im letzten Schritt zum Einsatz.
Die Innovation liegt vor allem in:
- dem vorherigen Einsetzen des Blatts in die Blattschraube;
- seiner seitlichen Führung;
- der Reproduzierbarkeit dieser Zentrierung;
- der Handhabung der Einheit statt des Blatts;
- und anschließend vertikaler Einstellung und Festziehen.
Detaillierter Vergleich: eine Schraube, zwei Schrauben oder Easy Lig
| Kriterium | Traditionelle Blattschraube mit 2 Schrauben | Traditionelle Blattschraube mit 1 Schraube | Easy Lig |
|---|---|---|---|
| Anzahl der Schrauben | 2 | 1 | 1 |
| Position des Blatts vor dem Anbringen der Blattschraube | Direkt auf dem Mundstück | Bei den meisten Systemen direkt auf dem Mundstück | In Easy Lig |
| Seitliche Einstellung links/rechts | Manuell | Manuell | Automatisch durch das System geführt |
| Präzision der seitlichen Zentrierung | Abhängig von Auge und Hand des Musikers | Abhängig von Auge und Hand des Musikers | Durch die Easy-Lig-Konstruktion bestimmt |
| Reproduzierbarkeit der seitlichen Zentrierung | Je nach Montage unterschiedlich | Je nach Montage unterschiedlich | Sehr hoch und von Montage zu Montage reproduzierbar |
| Blatt muss zum Korrigieren der Zentrierung berührt werden | Ja, in der Regel | Ja, in der Regel | Nach dem Einsetzen in Easy Lig nein |
| Vertikale Einstellung oben/unten | Manuell | Manuell | Manuell durch Verschieben der Einheit Easy Lig + Blatt |
| Verbleibende Positionsparameter auf dem Mundstück | Seitlich + vertikal | Seitlich + vertikal | Vor allem vertikal |
| Risiko seitlicher Verschiebung beim Anbringen | Möglich | Möglich | Sehr stark reduziert |
| Blatt liegt beim Anbringen der Blattschraube frei | Ja | Meist ja | Nein |
| Direkte Blattberührung während der Montage | Hoch | Hoch bis mittel | Nach dem Einsetzen sehr gering |
| Blattschraube wird um ein bereits auf dem Mundstück liegendes Blatt geführt | Ja | Meist ja | Nein |
| Risiko, mit der Blattschraube an der Spitze hängen zu bleiben | Möglich | Je nach Konstruktion möglich | Sehr stark reduziert |
| Festziehen | Zwei Einstellungen | Eine Einstellung | Eine Einstellung |
| Montagefreundlichkeit für Anfänger | Viele gleichzeitige Handgriffe erforderlich | Einfacheres Festziehen, aber manuelle Zentrierung | Montage und seitliche Zentrierung vereinfacht |
| Geschwindigkeit beim Blattwechsel | Mittel | Gut | Sehr gut |
| Montagekomfort | Abhängig von Gewohnheit | Gut | Sehr hoch dank vorheriger Sicherung des Blatts |
| Gesamte Reproduzierbarkeit der Montage | Stark vom Musiker abhängig | Stark vom Musiker abhängig | Reproduzierbare seitliche Zentrierung + vertikale Einstellung bleibt erhalten |
Warum kann diese Reproduzierbarkeit für den Musiker interessant sein?
Stellen Sie sich eine traditionelle Montage vor.
Montag sitzt das Blatt leicht links.
Dienstag perfekt mittig.
Mittwoch leicht rechts.
Die Unterschiede sind oft minimal, aber eine Variable hat sich verändert.
Der Musiker kann dann den Eindruck haben:
- dass das Blatt anders reagiert;
- dass es widerstandsfähiger wirkt;
- dass die Ansprache leicht anders ist.
Mit reproduzierbarer seitlicher Zentrierung verschwindet diese Variable weitgehend.
Der Musiker beginnt bei jeder Montage mit einer identischen oder sehr ähnlichen seitlichen Position.
Er kann sich dann konzentrieren auf:
- die vertikale Einstellung;
- die Luftführung;
- den Ansatz;
- die Musik.
Bedeutet das, dass man die Position nicht mehr kontrolliert?
Nein.
Der Klarinettist kann seine Montage selbstverständlich weiterhin ansehen und die Ausrichtung überprüfen.
Der Unterschied besteht darin, dass er die seitliche Zentrierung nicht jedes Mal manuell herstellen muss.
Das System gibt diesen Referenzpunkt vor.
Im Wesentlichen bleibt die Höheneinstellung vor dem Festziehen.
Ein besonders großer Vorteil für Anfänger
Für junge Schüler verändert es viel, wenn eine schwierige Einstellung aus dem Ablauf entfällt.
Bei einer traditionellen Blattschraube muss der Schüler gleichzeitig:
- das Blatt zentrieren;
- die Höhe einstellen;
- es festhalten;
- die Blattschraube anbringen;
- verhindern, dass es verrutscht;
- festziehen.
Mit Easy Lig:
- setzt er das Blatt in Easy Lig ein;
- die seitliche Zentrierung wird geführt;
- er nimmt die gesamte Einheit;
- setzt sie auf das Mundstück;
- stellt die Höhe ein;
- zieht fest.
Die Vorbereitung wird deutlich stärker in einzelne Schritte gegliedert.
Auch für Lehrkräfte interessant
Lehrkräfte kennen die wiederkehrenden Korrekturen gut:
„dein Blatt sitzt rechts“
„etwas weiter nach links“
„Achtung, es ist wieder verrutscht“
„die Spitze nicht berühren“
„wieder in die Mitte“.
Bei Easy Lig wird die seitliche Zentrierung durch die Konstruktion des Systems übernommen.
Die Lehrkraft kann sich daher stärker konzentrieren auf:
- die Höhe;
- den Zustand des Blatts;
- den Ansatz;
- die Luftführung;
- und vor allem die musikalische Arbeit.
Und für Amateurklarinettisten?
Amateure wissen in der Regel, wie man ein Blatt positioniert.
Der Nutzen liegt dann eher in:
- Schnelligkeit;
- Komfort;
- Reproduzierbarkeit;
- weniger Handgriffen.
Bei jedem Blattwechsel muss die Zentrierung links/rechts nicht mehr minutiös neu gesucht werden.
Diese Vereinfachung ist bei Proben oder schnellen Blattwechseln besonders angenehm.
Und für erfahrene Klarinettisten?
Fortgeschrittene Musiker können selbstverständlich manuell eine ausgezeichnete Zentrierung erreichen.
Easy Lig kompensiert daher keinen Mangel an Können.
Es bietet vielmehr eine andere Ergonomie:
- ein Einstellschritt weniger;
- reproduzierbare Zentrierung;
- schneller Blattwechsel;
- weniger Berührungen der Spitze;
- komfortablere Montage.
Auch wenn man einen Handgriff perfekt manuell beherrscht, kann es angenehm sein, wenn ein System ihn automatisch reproduzierbar macht.
Garantiert ein automatisches System einen besseren Klang?
Nein.
Hier muss man präzise bleiben.
Easy Lig macht nicht automatisch:
- aus einem schlechten Blatt ein gutes;
- aus einem zu harten Blatt ein passendes;
- einen schlechten Ansatz gut;
- eine schlechte Luftführung gut.
Die Klangqualität hängt von vielen Faktoren ab.
Easy Lig kann jedoch eine Variable der Montage stabilisieren: die seitliche Zentrierung des Blatts.
Eine reproduzierbarere Montage schafft konstantere Ausgangsbedingungen.
Das ist etwas anderes als automatisch einen „besseren Klang“ zu versprechen.
Eine Schraube, zwei Schrauben oder Easy Lig: Wo liegt der eigentliche Unterschied?
Man kann es so zusammenfassen.
Zwei Schrauben
Der Musiker übernimmt manuell:
seitliche Zentrierung + Höhe + Halt + Anbringen + zweimaliges Festziehen.
Traditionelle Blattschraube mit einer Schraube
Der Musiker übernimmt manuell:
seitliche Zentrierung + Höhe + Halt + Anbringen + einmaliges Festziehen.
Easy Lig
Das System übernimmt:
Einsetzen des Blatts in die Blattschraube + Führung der seitlichen Zentrierung.
Der Musiker übernimmt danach im Wesentlichen:
vertikale Positionierung der Einheit + einmaliges Festziehen.
Dieser Vergleich zeigt, warum Easy Lig nicht als bloße Variante einer Blattschraube mit einer Schraube betrachtet werden sollte.
Ist Bedienkomfort wirklich wichtig?
Ja.
Eine Blattschraube wird jedes Mal benutzt, wenn der Klarinettist:
- sein Instrument zusammenbaut;
- das Blatt wechselt;
- zwei Blätter vergleicht;
- das Material abbaut.
Ein System, das einen Teil der empfindlichen Handgriffe vermeidet, kann daher im Alltag echten Komfort bieten.
Besonders spürbar wird dieser Komfort, wenn gleichzeitig:
- weniger Handgriffe nötig sind;
- das Blatt gesichert wird;
- die Montage reproduzierbarer wird.
Verhindert Einfachheit das Lernen?
Nein.
Easy Lig zu verwenden bedeutet nicht, dass man nicht lernen muss:
- was ein Blatt ist;
- warum es zentriert sein muss;
- wie die Höhe eingestellt wird;
- wie es geschützt wird;
- wie es angefeuchtet wird;
- wie man ein beschädigtes Blatt erkennt.
Der Klarinettist versteht weiterhin die Funktionsweise seines Materials.
Das System erleichtert lediglich die mechanische Ausführung einer sich ständig wiederholenden Einstellung.
Welches System sollte man wählen?
Es gibt keine einzige Antwort.
Eine Blattschraube mit zwei Schrauben kann sehr gut passen, wenn:
- Sie traditionelle Systeme mögen;
- Sie die manuelle Montage sicher beherrschen;
- Sie zwei Anpresspunkte schätzen;
- die Blattpositionierung für Sie kein Problem darstellt.
Eine traditionelle Blattschraube mit einer Schraube kann interessant sein, wenn:
- Sie das Festziehen vereinfachen möchten;
- Sie Blätter schnell wechseln möchten;
- Sie die traditionelle Methode der Positionierung beibehalten möchten.
Easy Lig ist besonders interessant, wenn Sie suchen:
- eine automatisch geführte seitliche Zentrierung;
- eine von Montage zu Montage reproduzierbare Zentrierung;
- weniger direkte Berührungen des Blatts;
- ein geringeres Bruchrisiko beim Anbringen;
- vereinfachte Einstellung;
- schnellen Blattwechsel;
- mehr Komfort;
- mehr Selbstständigkeit für junge Klarinettisten.
Die eigentliche Innovation: eine Montagevariable entfernen
So lässt sich das Easy-Lig-Prinzip wahrscheinlich am besten zusammenfassen.
Bei einer traditionellen Blattschraube muss der Musiker bei jeder Montage zwei Einstellungen reproduzieren:
seitlich + vertikal.
Bei Easy Lig:
wird die seitliche Zentrierung vom System geführt.
Im Wesentlichen bleibt:
die vertikale Einstellung.
Ein Teil der Positionierung wird also nicht mehr bei jeder Montage dem Augenmaß des Musikers überlassen.
Er wird mechanisch reproduzierbar.
Zusammengefasst
Die Wahl zwischen einer Blattschraube mit einer Schraube, zwei Schrauben oder einem automatischen System sollte nicht auf die Anzahl der Schrauben reduziert werden.
Traditionelle Blattschrauben mit einer oder zwei Schrauben funktionieren sehr gut, beruhen aber meist auf derselben Methode:
Das Blatt wird direkt auf das Mundstück gelegt und anschließend manuell in Höhe und seitlich eingestellt, bevor es von der Blattschraube gehalten wird.
Die Zentrierung links/rechts hängt daher von der Präzision des Musikers ab und muss bei jeder Montage erneut hergestellt werden.
Bei Easy Lig ändert sich die Logik.
Das Blatt wird zuerst in die Blattschraube eingesetzt.
Die Konstruktion des Systems sorgt dann für Führung und seitliche Zentrierung.
Sobald das Blatt eingesetzt ist:
berührt der Klarinettist das Blatt praktisch nicht mehr direkt.
Er positioniert die Einheit Easy Lig + Blatt auf dem Mundstück.
Da die seitliche Zentrierung bereits bestimmt ist, muss im Wesentlichen nur noch die vertikale Position eingestellt und anschließend die Schraube angezogen werden.
Dieser Ansatz bietet:
- automatische seitliche Zentrierung;
- sehr gute Reproduzierbarkeit der seitlichen Position;
- eine Einstellvariable weniger;
- weniger direkte Berührungen des Blatts;
- ein sehr stark reduziertes Bruchrisiko bei der Montage;
- mehr Komfort;
- mehr Schnelligkeit;
- einfachere Vorbereitung für Anfänger;
- und eine ebenso praktische Nutzung für erfahrene Klarinettisten.
Easy Lig ist daher nicht einfach eine Blattschraube mit einer Schraube.
Die Innovation liegt vor allem darin, die Art zu verändern, wie das Blatt aufgenommen wird:
Man positioniert nicht mehr ein freies Blatt und bringt danach die Blattschraube an; man setzt das Blatt in Easy Lig ein und positioniert anschließend die gesamte Einheit.
Und vor allem:
Die seitliche Zentrierung muss nicht mehr bei jeder Montage manuell gesucht werden: Sie wird geführt und reproduzierbar.
Im Wesentlichen bleibt dem Klarinettisten nur noch die Wahl seiner vertikalen Einstellung vor dem Festziehen.
Gerade diese Kombination aus Präzision, Reproduzierbarkeit, Sicherheit und Einfachheit unterscheidet das Easy-Lig-Prinzip wirklich von einer traditionellen Blattschraube mit einer oder zwei Schrauben.